Methode – Provokative Therapie

Hermann Hesse: „Aller Humor fängt damit an, dass man die eigene Person nicht mehr ernst nimmt.“

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Die Provokative Therapie ist eine unglaublich schnell wirksame Therapieform.

Informationen zur Provokativen Therapie:

Die Provokative Therapie ist eine unglaublich schnelle und dauerhaft wirksame Therapieform. Voraussetzung für den Erfolg der provokativen Therapie ist das Wohlwollen, die Kompetenz und das Verständnis des Therapeuten für die Fragestellung des Klienten.

Entwickelt wurde diese lösungsorientierte Kurzzeittherapie Anfang der 1960er Jahre durch Frank Farrelly. Ich absolvierte meine Ausbildung am Deutschen Institut für Provokative Therapie.

Auch wenn die Therapieform provokativ ist, so ist es nicht das Ziel, den Klienten zu verletzen oder zu beleidigen. Im Gegenteil, diese Therapieform basiert auf der unbedingten Wertschätzung des Klienten. Es werden die Stolpersteine des Klienten so karikiert, dass er über sich selbst lachen kann. Dadurch wird es dem Klienten möglich, eigene Lösungen zu finden.

In der Provokativen Therapie geht es um humorvolle Übertreibungen.

Bei dieser Therapieform lege ich den Finger auf die Stelle, wo Überzeugungen einer Veränderung (Verbesserung) im Wege stehen. Ich spreche diese Stolpersteine aus, übertreibe und verallgemeinere. Meine Absicht ist es, dass Sie mir widersprechen.

Oft spreche ich dabei Bewertungen aus, die Ihnen insgeheim schon selbst bewusst sind. Dadurch, weil das „Schreckliche“ ausgesprochen und mit Augenzwinkern übertrieben wird, können Sie befreiend lachen und Ihre lähmenden Gedanken loslassen. Damit wird es Ihnen möglich, Ihre eigenen Stolpersteine selbst aus dem Weg zu räumen.

Beispiele für Stolpersteine (hinderliche, blockierende und selbstschädigende Überzeugungen):

„Ich esse sehr gern und will dennoch schlanker werden.“
„Ich suche einen Job, bei dem ich weder überfordert noch unterfordert bin.“
„Gern würde ich aufhören mit Rauchen, aber eigentlich will ich auch kein Nichtraucher sein.“

Linda P. ist eine Frau um die 50. Sie ist im Vergleich mit anderen Frauen weder dick noch dünn. Dennoch möchte sie gern abnehmen. Sie beschreibt ihre Situation mit folgenden Worten: „Ich bin zu dick. Ich mache Sport, ernähre mich gesund und nehme leider nicht ab.“

Jetzt könnte ich als Therapeutin besänftigend auf Linda einwirken: „Sie sind doch gar nicht zu dick. Wer sagt denn so was?“ Der Erfolg meiner Einwände wäre sicherlich gleich null, denn Linda ist überzeugt davon, dass sie zu dick ist.

Ich überlegte, welche Therapieform für Linda am besten geeignet ist. Beispielsweise könnte ich Linda in einer hypnotischen Trance verschiedene Speisen verübeln, so dass sie diese nicht mehr essen mag. Oder ich könnte mit Linda über ihre Ernährung sprechen und welche Nahrungsmittel weniger dick machen. Jedoch sah ich diese Therapiemethoden bei Linda nicht als zielführend an.

Provokative Therapie

Stattdessen entschied ich mich bei Linda für die Provokative Therapie. Das bedeutet, ich gab Linda als erstes recht: „Ja, Linda Sie sind viel zu dick“. Natürlich verbinde ich dies mit meinem Mitgefühl „Es ist wirklich schrecklich, Sie essen wie ein Spatz und nehmen dennoch nicht ab.“

Was meinen Sie, was jetzt passiert ist? Linda legte sofort Widerspruch ein „Nein ich esse nicht wie ein Spatz.“ Wieder äußere ich mein Verständnis für Linda „Ich finde es auch vollkommen unfair, dass man nicht so viel essen kann wie man will, ohne zuzunehmen. Und je älter man wird, umso weniger Essen benötigt der Körper. Und wenn Ihnen das Essen schmeckt, finden Sie sich damit ab, dass Sie fett werden. Sie wissen, dicke Menschen sind fröhliche Menschen.“

Linda äußerte sofort einige Argumente, warum meine Aussagen falsch ist. Ich nahm diese Argumente ernst und bot Linda jeweils Lösungen dafür an. Zum Beispiel empfahl ich ihr einen Neukauf, als sie sagte, dass sie nicht mehr in ihre Sportsachen passt.

Mir war dabei stets bewusst, dass Linda meine absurden Lösungsvorschläge nicht gefallen werden. Würde ich bei Linda sachliche Argumente vorbringen, würde sie diese sofort sabotieren und in ihre Einzelteile zerlegen. So spürte Linda schnell, dass ihre bisherige Vorgehensweise nicht funktioniert. Ich ließ mir keine neuen Argumente einfallen, die Linda mit Leichtigkeit widerlegen konnte. Stattdessen gab ich ihr recht und verunsicherte sie damit.

Ich mache Linda den zukünftigen Leidensweg bewusst: „Wenn Sie abnehmen wollen, müssen Sie ein starkes Rückgrat haben, da Sie für den Rest Ihres Lebens nur noch Salat essen dürfen.“ Diese Aussicht gefällt Linda nicht. Jedoch wird ihr dabei bewusst, in welchem Widerspruch sie steckt.

Einerseits möchte sie gern schlanker werden, aber auf der anderen Seite möchte sie nicht auf den Genuss des Essens verzichten. Mit Humor malen wir gemeinsam diese Unmöglichkeit der Gleichzeitigkeit aus. Dadurch wird Linda die Schwierigkeit der Lösung ihres Problems immer deutlicher.

Veränderung durch Verunsicherung

Am Ende der Beratungsstunde ist Linda verunsichert und doch klarer. Ihr ist bewusst geworden, dass sie nicht gleichzeitig genussvoll essen und abnehmen kann.

Linda bedankt und verabschiedet sich. Sie sagt: „Liebe Frau Nake, ich war schon bei so vielen Therapeuten, weil ich einfach keine Lösung fand. Die Provokative Therapie war zwar sehr hart aber auch sehr effektiv für mich. Heute ist mir mein Dilemma das erste Mal richtig bewusst geworden.“

Für welchen Weg sich Linda entscheidet, erfrage ich nicht. Es ist ein Prozess, den wir angestoßen haben. Sie wird in den nächsten Tag sicherlich an das Gespräch denken und sich irgendwann entscheiden. Schlank sein und nur noch „ein Salatblatt pro Mahlzeit“ essen? Oder die überzähligen Kilogramm akzeptieren und damit „fröhlich und fett“ sein?

Wenn Linda mir ihre Entscheidung in einer E-Mail schreibt, werde ich Sie informieren.

* Alle Angaben komplett anonym und nicht auf einen anderen Fall übertragbar.

Um zu gewährleisten, dass ich während der Provokativen Therapie stets einen guten Draht zu meinen Klienten behalte, stelle ich bei diesen Gesprächen  die Sessel um. Auf diese Weise kann ich den Arm oder die Hand berühren und Ihnen damit meine bedingungslose Wertschätzung zeigen.

Provokative Therapie

Mein Angebot: Provokative Therapie

Die provokative Therapie ist ein völlig anderer Therapieansatz. Während bei den klassischen psychotherapeutischen Methoden es eher um Stärkung und Stabilisierung des Klienten geht, nutzt die provokative Therapie die Verunsicherung.

Und damit erklärt sich der Erfolg dieser Technik. Verunsicherung führt zur Veränderung. Wenn Sie also bereits erfolglos verschiedene Gesprächstechniken ausprobiert haben, könnte die provokative Therapie genau die richtige Technik für Sie sein. Lassen Sie es uns ausprobieren!

Die Kernpunkte der Provokativen Therapie sind: Humor und Übertreibung. Denn Humor relativiert und befreit. Auch wenn diese Therapieform ungewöhnlich und verunsichernd ist, seien Sie gewiss – sie funktioniert.

Kontakt

Psychologische Beratung – Psychotherapie - Provokative Therapie - Kathrin Nake

Wenn Sie Interesse und weitere Fragen zu meinem Angebot der Provokativen Therapie haben, freue ich mich auf Ihre Kontaktaufnahme. Meine Kontaktdaten sowie die Honorarkosten finden Sie auf der Seite Kontakt & Fragen.

Vereinbaren Sie einen Termin für ein Erstgespräch mit mir. Sie sind zu keinen weiteren Gesprächen verpflichtet.

Die Inhalte des Beitrages geben die Meinung und Auffassung der Autorin (Kathrin Nake – Heilpraktikerin für Psychotherapie und psychologische Beraterin) wieder und sind urheberrechtlich geschützt. Letzter Zugriff auf die angegebenen Quellen: 02.03.2021.

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